
Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs zur Zukunft des Niederräder Mainfelds beruhigen die SPD Niederrad genauso wenig wie die dortigen Mieterinnen und Mieter.
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Stadtteil

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs zur Zukunft des Niederräder Mainfelds beruhigen die SPD Niederrad genauso wenig wie die dortigen Mieterinnen und Mieter.
Wie kann es sein, dass ein Entwurf zu den zwei Bestplatzierten gehört, der sich in vielerlei Hinsicht nicht an die Wettbewerbsvorgaben gehalten hat? Warum vermitteln alle Entwürfe den Eindruck als seien sie auf freiem Feld geplant und nicht an einem dicht besiedelten Ort? Was soll an diesem Ort ein Ideenwettbewerb, bei dem Machbarkeit derart nachrangig zu sein scheint?
Möglich ist Vieles: Es könnte sein, dass längst feststeht, was auf dem Areal entstehen soll, und "machbar" wird dann nach eingehender Prüfung zufällig genau das sein, was vorher schon gewünscht war - irgendeine Minimallösung. Oder es wird tatsächlich eine derart "große Lösung" angestrebt, wie sie auf einigen der Entwürfe zu sehen war. Wenn das der Fall sein sollte, dann wohl aber eher nicht für Sozialwohnungen. Derart teure, aufwändige Maßnahmen können nur für ein lukratives Geschäft getätigt werden, das steht fest. Bekommt Niederrad nun also auch sein "Wohnen am Main"?
In beide Szenarien passen leider die über 800 Sozialwohnungen nicht so recht, deshalb wird schon jetzt klargestellt, dass alle Mieter zumindest vorübergehend ausziehen müssen. Die Begründung: Die Wohnungsgrundrisse sollen geändert werden. Nur seltsam, dass es auch jetzt keine nennenswerten Leerstände gibt. Und auch bei der Sanierung der baugleichen Hochhäuser mit Wohnungen im Privateigentum hat niemand für Renovierungen ausziehen müssen. Hofft man vielleicht darauf, dass viele der Mieter nach einem Umzug erstmal genug haben und bleiben, wo sie hingezogen sind? Damit man die schöne Wohnlage am Main gewinnbringend vermieten kann? Vermutlich ist die Devise des Vermieters erst einmal abzuwarten und zu schauen, wie weit er gehen kann.
Denn wahre Mieterbeteiligung sieht anders aus: Da erfahren Mieter nicht alle Schreckensbotschaften aus der Morgenzeitung. Da sind sie beteiligt an der Wettbewerbsjury. Da vermittelt man Objektivität und Ergebnisoffenheit und lässt keine Entscheider mit persönlichen finanziellen Interessen zu. Und beginnt keine Bürgerversammlung mit der Vorgabe: Ausziehen müsst ihr sowieso, wenn etwas gemacht werden soll!
Die SPD Niederrad fordert die ABG Holding auf, die Wünsche und Ängste ihrer Mieterinnen und Mieter ernst zu nehmen, für Transparenz und zeitnahe Information zu sorgen und nicht aus Renditegründen das Mainfeld zuzubetonieren.
Imren Ergindemir, Ralf Heider, Ertan Karadas